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Kapitel 20 -Lakritze und Metamorphosen-

Lem besuchte Bella nach einem Kurzurlaub in der Schweiz und war sehr neugierig:

„Und was hat Commissario Montalbano dir denn so geraten?“

Der Commissario interessierte sich sehr für das eigenartige Verschwinden der Entwürfe!“

„Na, da verrennt er sich. Wie alt ist er denn so?“

„55“, meinte Bella.

Mmh, dachte Lem und gähnte.

„Er ist im besten Mannesalter.“

„Ja, doch“, sagte Lem.

„Dein Piet ist natürlich viel jünger“, säuselte Bella.

„Das ist nicht mein Piet. Wir haben nur gefrühstückt!“

„Also Antje meinte…“

„Wie, die jetzt!“ Lem blies empört die Backen auf.

„Warum hat Willem seine Entwürfe in der Kneipe versteckt? Vielleicht gibt es wirklich einen Mitwisser?“

„Ja, uns“, lachte Lem. „Davon wirst du dem charmanten Commissario wohl nichts erzählt haben.“

„Was war auf den Zeichnungen, die du zurückgelassen hast?“

„Hätte ich die jetzt doch alle mitnehmen sollen?“

„Auf denen, die ich habe, geht es um Metamorphosen“, erklärte Bella.

„Aha“.

„Ich hatte im Urlaub den Ovid mit“, berichtete Bella stolz.

„Ach.“

„Ich habe am Strand ganz fleißig gelesen und bin jetzt schon beim achten Buch.“

„Ein Strandurlaub ist nichts für mich“, meinte Lem. „Viel zu heiß!“

„Jedes Blatt trägt den Namen einer Verwandlung in der griechischen Sagenwelt. Deshalb muss es einen Zusammenhang mit diesen Verwandlungen und dem Verpackungsmüll geben.“

„Mmmh!“

„Sieh mal bei Ovid gibt es Nymphen, die sich ständig in Steine, Wasser oder Pflanzen verwandeln. Sie werden verfolgt, flehen die Götter an und können so ihren Peinigern entkommen. Das ist leider sehr oft Zeus persönlich, dabei ist Juno so schrecklich eifersüchtig.“

„Typisch“, meinet Lem, „das ist heute noch nicht so viel anders mit dieser Verfolgung“, entnervt hob sie die Beine an, LEM staubsaugte schon wieder unter dem Tisch.

„Dieser Roboter macht mich irgendwie nervös, ich kann mich gar nicht auf deinen Vortrag konzentrieren. Der kurvt doch ständig um mich herum. Hört der eigentlich zu?“ 

„Der ist für mich inzwischen unersetzbar geworden. Außerdem ist es eine -Die-„, widersprach Bella.

„Na, gut. Kann „die“ uns auch abhören? Wer weiß wem „die“ alles die Gespräche von hier mitteilt. So ein Prototyp wird doch dein Kaufverhalten analysieren wollen, wie ein Kühlschrank.“

„LEM ist eine wunderbare Unterstützung für mich. Du hast ja keine Zeit mehr, da dich deine Vollzeitstelle so in Anspruch nimmt.“

„Die Vollzeitstelle“, echote Lem. „Ich glaube, ich muss jetzt leider wieder fahren“.

Sprachs und ließ Bella mit einem Berg von Lakritztüten zurück, die sich diese portionsweise für die nächsten fünf Tage einteilte.  

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