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Kapitel 12 -Verstrickt –

M

mmh, dachte Lem. Auch andere Frauen in unserem Alter sehen noch sehr gut aus.

Verstohlen blickte sie unter den Tisch. Wenn Bella doch dabei wäre. Die Professorin trug doch wirklich Pumps aus Satin von Manolo Blahnik.

Und die Haare waren getönt, da war nichts Graues zu entdecken.

A.V.: „Was kann ich denn jetzt für sie tun?“, fragte die gutaussehende Dame Lem freundlich.

„Sie baten um ein Gespräch, weil einer ihrer Söhne vorhat hier Modedesign zu studieren.

Warum kommt er nicht selber?“

Lem: „Er ist noch in der Findungsphase“. Lem wurde ein bisschen ungemütlich bei dem Gedanken, dass ihre Söhne sie jetzt so sehen könnten.

„Ich wollte mich nur mal so ganz grundsätzlich nach den Aufnahmebedingungen erkundigen? Braucht er eine Mappe?“

A.V.: „Alles was er hat, werden wir uns ansehen und bewerten. Wie haben sie denn sein Talent entdeckt und gefördert?“

Lem: „Oh, er hat sich schon immer sehr für meine selbstgestrickten Pullover interessiert. Ich orientiere mich da ein bisschen an Karl, ich meine, Chanel und Karl Lagerfeld.“

A.V.: „Aha!“, die Professorin blickte amüsiert: „Und da hat ihr Sohn dann mitgestrickt?“

Das Gespräch lief irgendwie nicht so gut an, dachte Lem.

A.V.: „Ein bisschen mehr müsste schon dahinter sein!“

Lem: „Nun, er interessiert sich auch sehr für die Umwelt. Die Umwelt und die Verschmutzung der Meere. Da ist zu viel Plastikmüll im Meer, müssen sie wissen! Haben sie sicher schon von gehört? Und das sollte besser recycelt werden, wenn das geht. Da die Baumwolle zu viel Wasser verbraucht.“

A.V.: „Und so kam ihr Sohn auf die Idee, mit recycelbaren Materialien ihre Chanelkopien aufzuhübschen?“

„Ja gut“, erklärte Lem. „Ich habe in der Zeitung über Willem-Jan van de Nelle gelesen und seine Modelle gesehen und so etwas in der Art macht oder kann mein Sohn auch!“

„Wieso kennen sie seine Entwürfe?“, fragte die Professorin nach, „soviel ich gehört habe, sind die verschollen!“

Ja, dachte Lem, du arrogante Kuh, weißt eben auch nicht alles!

„Die wurden beschrieben“, meinte Lem. „Genaueres weiß ich natürlich nicht, aber ich habe so eine Ahnung, dass Sie die richtige Frau sind, der wir Fragen stellen könnten“. Lem richtete sich im Sessel etwas mehr auf.

A.V.: „Ja?“

Lem: „Nun sie haben Willem doch auch gefördert!“

A.V.. „Sein Talent entdeckt!“

„Ja, so etwas in der Art muss das wohl gewesen sein“, Lem lächelte jetzt ein wenig zu vertraulich.

MANOLO BLAHNIK

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