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Kapitel 10 -Unser aller Plastikproblem-

Bella hatte Lem versprochen sich in ihrer Abwesenheit um das Thema Wiederverwertung zu kümmern. Nun saß sie schwitzend am PC. Das Thermometer kletterte heute auf 33 Grad. Ein Vergnügen war das nicht sich mit einem so wenig amüsanten Thema beschäftigen zu müssen und es bekam schnell die Ausmaße eines Referates.Es fing an mit der AVAAZ Petition Seite:

AVAAZ

Rettet unsere Ozeane – jetzt Plastikmüllverschmutzung stoppen!

Wieviel Plastikmüll produzieren wir denn so, fragte sich Bella?

„Auf der Welt werden jährlich 300 Millionen Tonnen Plastik produziert, etwa zwei Prozent davon, ungefähr 8 Millionen Tonnen, landen im Meer.“, las sie.

Das Mikroplastikproblem

 

Viele innovative Projekte, auch noch ganz junger ForscherInnen, versuchten gegenzusteuern. Zum Beispiel Boyan Slat von OCEAN CLEANUP suchte nach technischen Möglichkeiten, um die Meere vom Plastikmüll zu befreien. Oder die junge Architektin Marcella Hansch und das Team um pacific-garbage-screening.de konstruierten Plattformen, um den Müll wieder einzusammeln. Alles Projekte, die gefördert werden mussten und bei denen sicherlich viel Zeit verging bis sie einsetzbar waren.

Alles Projekte, die gefördert werden mussten und bei denen sicherlich viel Zeit verging bis sie einsetzbar waren. Aber warum beschäftigt sich die Mode neuerdings so mit diesem Thema, dachte Bella. Geht es darum den Konsum weiterhin aufrecht zu erhalten, um das Kaufverhalten nicht aufgeben zu müssen? Sei es aus Frust oder Lust, kaufen war immer noch geil. Sich dabei aber ein gutes Gewissen zu verschaffen, war wie ein Ablassbrief. Aber, die modebewusste Frau auf Plastik zu trimmen,  ist sicherlich nicht leicht. Frauen in ihrem Alter schwören doch immer noch auf Baumwolle, Leinen, Seide und Leder. Fellbesatz war inzwischen ein No-go. Da hatten unsere Großmütter mit den Nerzmänteln schön negativ vorgearbeitet. Jedoch, die Kunstfasern waren durch die Sportmode und in der Freizeitkleidung inzwischen etabliert. Bella fand das ziemlich furchtbar. Die Stoffe rochen nicht gut und wirkten immer künstlich. Außerdem hatten die Materialien die Schnitte in ein 08/15 verwandelt, was leider auch auf die sogenannte Alltagsmode übergriff. Aber sich freiwillig Müll anzuziehen. Das taten bestimmt nur sehr junge Leute, die verrückt genug waren.

Aber dann las sie sich so durch das:

COPENHAGEN FASHION SUMMIT

Pulse-of-the-Fashion-Industry_2017

und erfuhr, dass der bedeutendste Wasserverbrauch bei der Rohstoffgewinnung erfolgt  – vor allem im Baumwollanbau -, aber viele Aspekte der Textilverarbeitung sind auch wasserintensiv. Darüber hinaus sind die Verbraucher für den weiteren Verbrauch verantwortlich, da sie ihre Kleidung waschen müssen.Durch die Baumwollproduktion ist die Modebranche ein großer Anwender von Düngemitteln. Verbraucht werden dort schätzungsweise 16% aller Insektizide und 7% aller Herbizide. Und schließlich schädigen organische und anorganische toxische Stoffe (wie Quecksilber und Arsen), die auf Wasserstraßen von Verarbeitungsbetrieben ausgeschieden werden, die Umwelt. Die Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit durch die Wasserverschmutzung schließt diese Stoffe ein, die sich im Körper anreichern, was möglicherweise zu Krebs oder akuten Krankheiten führt.Die überwiegende Mehrheit der Bekleidungsabfälle wird verbrannt. Weltweit werden nur 20% der Kleidung zur Wiederverwendung oder Recycling gesammelt.Eine große Chance für die Wertschöpfung wartet auf die Weltwirtschaft, wenn die Modebranche die Umwandlung von Textilabfällen in Rohstoffe durch den Einsatz fortschrittlicher Recyclingtechniken schafft. Aber diese Art der Recycling-Technologie ist bislang noch nicht wirtschaftlich tragfähig. Momentan gilt die reine Abfallreduktion entlang einer linearen Wertschöpfungskette.COPENHAGEN FASHION SUMMIT erläutert die Bevölkerungsentwicklung bis 2030 und den damit verbundenen Anstieg sämtlicher Parameter.Die Fläche der bewaldeten Flächen, die für verschiedene Verwendungszwecke freigegeben wurde, einschliesslich des Landes, das für den Baumwollanbau bestimmt ist. Eine Weltbevölkerung von 8,5 Milliarden im Jahre 2030 wird eine 60% ige Erhöhung der landwirtschaftlichen Produktion erfordern, um alle zu ernähren. Dies wäre ein starker Anreiz für die Modebranche, die Auswirkungen ihrer Rohstoffe auf die Landnutzung zu berücksichtigen und den Materialmix auf weniger flächenintensive Stoffe zu verlagern. Die Knappheit des Ackerlandes könnte in Zukunft zu höheren Kosten oder sogar zu einem eingeschränkten Zugang für Nicht-Nahrungsmittelkulturen führen.Der Ersatz von 30% der Baumwolle im Jahre 2030 durch Polyester spart 22,6 Milliarden Wasser. Berechnet wurde, dass die Verringerung der konventionellen Baumwolle um 30% mehr als 18 Milliarden Euro jährliche Wassereinsparungen erzielen könnte. Polyester macht bereits den Großteil der globalen Textilmischung aus, und nach jahrzehntelanger Entwicklung ist es vergleichbar den Merkmalen aus Baumwolle herzustellen.Polyester ist keine perfekte Antwort, siehe das Mikroplastikproblem. Darüber hinaus stützt sich die Produktion von Polyester stark auf fossile Brennstoffe. Es ist eine nicht erneuerbare Ressource und ist nicht biologisch abbaubar.
Dennoch eignet sich Polyester zum Recycling besser als Baumwolle. Es kann auch aus Abfallprodukten wie Plastikflaschen hergestellt werden.(Die letzten Textbeiträge wurden stark verkürzt aus „pulse“ übernommen)

 

Das wusste ich so alles gar nicht, dachte Bella. Wichtig wäre es, dass der Verbraucher aktiv in den Prozess eingreift, indem er seine Verantwortung begreift und Forderungen an sich und die Modebranche stellt.

Willem-Jan van de Welle könnte also wirklich mit seinen Entwürfen wegbereitend gewesen sein. Aber wieso war er dabei auf der Strecke geblieben. Was hatte er getan?

Wen hatte er herausgefordert?

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